Archivierung in den Lebenswissenschaften
Informationen und Forschungsdaten, die zum Verständnis der publizierten Ergebnisse bedeutsam sind, müssen zum Zweck der Nachvollziehbarkeit idealerweise für mindestens zehn Jahre archiviert werden. In einigen Fällen kann es zielführender sein, die zentralen Proben für eine Re-Analyse vorzuhalten, als die Datensätze zu archivieren. Da die Forschungsdaten häufig ohne den Zugang zu entsprechender Software, die bei der Entstehung oder Verarbeitung der Daten verwendet wurde, nicht nachvollziehbar sind oder eng mit Materialien, Gewebe oder Organismen verknüpft sind, muss die Archivierung auch diese Quellen beinhalten. Die Einhaltung der Archivierungsfrist von zehn Jahren ist aufgrund der Vergänglichkeit oder des Verbrauchs der Materialien, Gewebe oder Organismen in den Lebenswissenschaften nicht immer möglich. Unterstützungsstrukturen wie Rechenzentren, institutionelle Datenbanken oder Biobanken, die in den Einrichtungen vorgehalten werden, sind daher besonders wertvoll und sind zu nutzen. In den Lebenswissenschaften gilt es darüber hinaus zu beachten, dass genehmigungsbehördliche Unterlagen z. B. bei klinischen Studien oder der Nutzung genetischer Ressourcen deutlich länger als zehn Jahre archiviert werden müssen. Die Einrichtung an der die Veröffentlichung entstanden ist, unterstützt durch die Schaffung von infrastrukturellen Voraussetzungen bzw. die Bereitstellung von notwendigen Mitteln die Realisierung dieser Anforderung.
Um Forschungsdaten, Software oder zentrale Proben im Sinne der FAIR-Prinzipien für die Nachnutzung durch andere aufzubereiten und längerfristig zu archivieren, bedarf es besonderer Kompetenzen, der Beratung und Nutzung von idealerweise fachspezifischen und entsprechend zertifizierten Infrastrukturen (Datenzentren, Archive oder Sammlungen), die eine nationale und internationale Anschlussfähigkeit ermöglichen. Da hierfür erhebliche Zeit-, Personal- und Finanzbedarfe anfallen können, sollte die Beratung möglichst frühzeitig bei der Planung und Konzeption von Forschungsprojekten eingeholt werden, um die Kosten bei der Beantragung von Projektmitteln entsprechend berücksichtigen zu können.