Was bedeutet „geteilte Erstautorschaft“? Welche Probleme treten auf?
Eine „geteilte Erstautorschaft“ bedeutet gemäß der Definition der meisten Journale, dass mehrere Erstautor*innen „equal contributions“ geleistet haben, also gleich hohe bzw. gleichwertige Beiträge.
In den Lebenswissenschaften werden die Erstautor*innen trotz „equal contributions“ häufig nicht alphabetisch sortiert – mit der Begründung, dass eine Person eben doch mehr geleistet habe als eine andere. Somit entsteht selbst bei „equal contributions“ eine „Rangfolge“ der Beiträge. Dies zieht Konflikte nach sich, wenn ein Dissens bezüglich der Rangfolge besteht.
Häufig werden die Ergebnisse mehrerer Dissertationen in einer Publikation zusammengefasst, weil dadurch eine höhere Chance besteht, dass der Artikel in einem Journal mit höherem Impact Factor angenommen wird. Auch wird so der „Salami-Taktik“ kleinteiligen Publizierens entgegengewirkt. Gleichzeitig benötigen Promovierende aber häufig Erstautorschaften auf Artikeln für gewisse Karriereschritte. Erstautorpublikationen sind gemäß manchen Promotionsordnungen sogar Voraussetzung für die Promotion.
Die Community und Gutachtende nehmen trotz „equal authorship“ oft nur die Person als Erstautor*in wahr, die auch tatsächlich an erster Stelle genannt wird (als „Hauptautor“). Die Autorschaftsposition kann zudem einen Einfluss auf Scores und Zitations-Indizes haben, etwa weil die Erstautor*innen in hinteren Positionen nicht in die Kalkulation einbezogen werden.
Wenn mehr als drei Erstautor*innen genannt werden, wirft das die Frage auf, wie es möglich ist, dass so viele Personen „gleich viel und gleich hoch“ zu einem Artikel beigetragen haben. Ob Artikel mit derartigen Listen angenommen werden oder ob eventuell um Stellungnahme gebeten wird, entscheidet die zuständige Editor*in.