Publikation wissenschaftlicher Ergebnisse in Preprints
Wissenschaftler*innen entscheiden gemäß (interner Link) in eigener Verantwortung darüber, wie sie ihre Forschungsergebnisse öffentlich machen. Dabei wählen sie gemäß (interner Link) das Publikationsorgan sorgfältig aus. Das Veröffentlichen von Preprints stellt dabei eine der möglichen Publikationsformen mit persistenten Identifier und langfristiger Verfügbarkeit dar.
Per allgemeiner Definition handelt es sich bei Preprints um wissenschaftliche Publikationen, die vor oder ohne Peer Review veröffentlicht werden. Eine Qualitätsbewertung durch Peers kann bei Preprints im Nachgang erfolgen. In den Disziplinen finden sich teils variierende Auslegungen des Begriffs „Preprint“. Auch unterscheidet sich disziplinspezifisch, wie viele der veröffentlichten Preprints anschließend noch in einem Fachjournal (zweit-)publiziert werden.
Preprints bringen nicht nur eine Beschleunigung des Publikationsprozesses mit sich, sondern können für Forscher*innen, insbesondere für Wissenschaftler*innen in frühen Karrierephasen, eine gute Möglichkeit darstellen, ihre Ergebnisse der Fachcommunity frühzeitig zur Verfügung zu stellen und so schneller Feedback zu erhalten.
Die Veröffentlichung erfolgt in der Regel auf eigens dafür eingerichteten sogenannten Preprint-Servern oder Online-Repositorien. Diese können fächerübergreifend sein (z.B. (externer Link)), oder disziplinspezifisch (etwa (externer Link), (externer Link) oder (externer Link)). Daneben gibt es regionale Repositorien oder Preprint-Server, die an bestimmte Förderorganisationen, Verlage oder Zeitschriften gebunden sind. Die Publikation von Preprints ist in den verschiedenen Wissenschaftsfeldern unterschiedlich etabliert. In den Natur- und Lebenswissenschaften, etwa in der Physik, Mathematik, Informatik, quantitativen Biologie, Psychologie, aber auch in den Wirtschaftswissenschaften ist das Teilen von Preprints häufig bereits gelebte Praxis.
Folgendes ist zu beachten
1) Beim Publizieren von Preprints
Bei Publikationen in Form von Preprints sollten Wissenschaftler*innen darauf achten, geeignete Server bzw. Repositorien zu finden, die die nötigen Standards erfüllen und in ihrer Forschungscommunity aktiv genutzt werden. Darüber hinaus sollten Autor*innen ihre Preprints mit einer (interner Link) versehen, um anderen Wissenschaftler*innen bestimmte Nachnutzungsrechte transparent einzuräumen. Einige Preprint-Server, wie beispielsweise EarthArXiv, machen konkrete Vorgaben zur Kennzeichnung einer Publikation als Preprint: Bedingung für die Einreichung eines Manuskripts ist, dass Autor*innen den Hinweis, dass es sich um einen Preprint handelt, auf dem Deckblatt oder fortlaufend im Header integrieren.
2) Bei Preprints als Referenz
Die Verwendung von Preprints als wissenschaftliche Referenz wurde intensiv debattiert. Inzwischen ist weitgehend anerkannt, dass Preprints wissenschaftliche Quellen darstellen, die in wissenschaftlichen Arbeiten ausgewertet und referenziert werden können. Bei der Zitation und Referenzierung sollte die Quelle korrekt benannt und gegebenenfalls erläutert werden, warum die gewählte Version zitiert wird. In einigen Fachdisziplinen gibt es Vorgaben bezüglich der Referenzierung von Preprints. So geben zum Beispiel die Empfehlungen des ICMJE (International Committee of Medical Journal Editors) vor, dass wenn eine peer-reviewte Version eines Manuskripts in einem Journal vorliegt, möglichst diese anstelle des Preprints zitiert und referenziert werden sollte.
Dieser Beitrag basiert auf
Frisch, Preprints, in: Frisch/Hagenström/Reeg, Wissenschaftliche Fairness, S.65-67, Bielefeld 2022.
Frisch, „Nutzen oder Risiko? Die Rolle von Preprints in der Wissenschaft“ In: Forschung und Lehre 10/23.
Zum Thema siehe auch
Open policy finder (vorher: Search Sherpa Services bzw. Sherpa Romeo und Sherpa Juliet): (externer Link)