Probenhandhabung in den Geowissenschaften

Um sicherzustellen, dass Probenmaterial von der wissenschaftlichen Gemeinschaft so umfassend wie möglich genutzt werden kann, sollten Proben möglichst archiviert und für die zukünftige Verwendung aufbewahrt werden. Hierfür bieten sich öffentlich zugängliche Datenbanken an, die den Verbleib des Probenmaterials dokumentieren. In diesem Zusammenhang ist die Vergabe einer International GeoSample Number (IGSN)(externer Link) als positives Beispiel zu nennen. Diese IGSN ist ein alphanumerischer Code, der Proben, die der natürlichen Umwelt entnommen wurden (z. B. Gesteinsproben, Wasserproben, Sedimentkerne), sowie verwandte Probenahme-Merkmale (Fundstellen, Stationen, stratigrafische Schnitte usw.) weltweit eindeutig identifiziert. IGSN können in folgenden Bereichen verwendet werden: Natur- und Umweltwissenschaften, Materialwissenschaften, Agrarwissenschaften, physische Anthropologie, Archäologie oder Biomedizin.

Bei der Einreichung von Fahrtvorschlägen über das Portal deutscher Forschungsschiffe(externer Link) ist die Frage der Daten- und Probenhandhabung bereits so geregelt, dass schon im Antrag ein entsprechender Managementplan (Verantwortung, Nutzung, Archivierung und Freigabe) skizziert werden muss, der in der Begutachtung mitberücksichtigt wird. Die Freigabe zur Nutzung durch andere kann zum Schutz der eigenen Publikationsrechte verzögert werden. Dazu können Daten und Proben geschützt in einem Daten-/Probenzentrum eingelagert werden, sodass nur deren Existenz öffentlich angezeigt wird. Dies dient auch der Vermeidung von unnötigen Probenahmen und Verschmutzungen/Belastungen, hier etwa zum Schutz des marinen Lebensraums.

Ein ähnliches Vorgehen hinsichtlich des Managements von Daten und Proben bietet sich auch für Vorhaben aus anderen Bereichen der Geowissenschaften an.