Personalentwicklungskonzepte sowie Unterstützung für unterschiedliche Karrierewege
Hochschulen und außerhochschulische Forschungseinrichtungen haben Personalentwicklungskonzepte und bieten für unterschiedliche Karrierewege passende Unterstützung und Begleitung an.
Der Erwerb von fachlichen und überfachlichen Kompetenzen wird durch entsprechende Angebote ermöglicht, die die Wissenschaftler*innen in frühen Karrierephasen für den akademischen, aber auch den außerakademischen Arbeitsmarkt vorbereiten, je nach Neigung, Kompetenzen und individuellen Lebensentwürfen.
Für Postdocs, für die eine Beratung beim Übergang zur nächsten Karrierestufe sehr wichtig ist, gibt es eigene Anlaufstellen oder zuständige Ansprechpersonen.
Fort- und Weiterbildungs- sowie Beratungs- und Mentoring-Angebote, ggf. auch die Ermöglichung von Praxiserfahrung, sind auf die jeweilige Karrierestufe und untereinander abgestimmt. Statt „Insellösungen“ hat sich die Kooperation von Hochschulen und außerhochschulischen Einrichtungen auch mit der Privatwirtschaft bewährt. Die Vor- und Nachteile verschiedener Karrierewege werden klar kommuniziert, damit die Promovierenden und Promovierten eine Übersicht über die vielfältigen Möglichkeiten erhalten. Hierfür wird auch Expertise von außerhalb der Forschungseinrichtung eingeholt; Alumni werden eingeladen, um ihre Erfahrungen zu teilen.
Personalentwicklungsgespräche in der Wissenschaft für Promovierende und Promovierte legen den Fokus auf die Weiterentwicklung der*des Mitarbeiter*in. Es geht hierin nicht um wissenschaftliche Inhalte, sondern darum, ob persönliche Zwischenziele erreicht bzw. getroffene Vereinbarungen eingehalten wurden. Die einzelnen Qualifizierungsschritte sind als Teile eines durchgehenden Prozesses zu sehen, der perspektivisch geplant wird. Die Hochschulen und außerhochschulischen Forschungseinrichtungen schaffen hierfür verlässliche Rahmenbedingungen. Personen mit entsprechendem Profil, die sich für eine wissenschaftliche Karriere entscheiden, wird eine belastbare Perspektive vermittelt, wie sie ihre Karriere an der jeweiligen Einrichtung gestalten können, etwa mit klaren Zielvereinbarungen für einen Tenure Track.
Um dem Problem zu begegnen, dass Wissenschaftler*innen über einen sehr langen Zeitraum hinweg unsichere Berufsperspektiven haben, wurde an einigen Einrichtungen die Idee eines „Dauerstellenkonzepts“ entwickelt. Dabei können sich die Postdocs aus einem Portfolio mit verschiedenen Schwerpunkten (Koordinationsaufgaben von Verbünden, Graduiertenschulen, Lehre, Transfer usw.) selbst für sie interessante Entwicklungs- und Tätigkeitsschwerpunkte aussuchen. Anhand dieser Schwerpunkte erfolgt die weitere Planung der Laufbahnentwicklung, die mit regelmäßigen Gesprächen mit dem oder der Vorgesetzten begleitet wird, zu denen die*der Wissenschaftler*in einen Selbstbericht beisteuert, der auch der Institutsleitung zugeleitet wird.
Dieses strukturierte Vorgehen hat folgende Vorteile: Die*der Wissenschaftler*in übernimmt Eigenverantwortung für sich und muss sich der Bewertung stellen; dafür erhält sie bzw. er regelmäßig fachliches und persönliches Feedback. Die Vorgesetzten beschäftigen sich ebenfalls konkret mit den Karriereperspektiven ihrer Mitarbeiter*innen, und schließlich ist auch das Institut bzw. der Fachbereich involviert und mit der Situation der (noch) befristet angestellten Wissenschaftler*innen befasst.
Die große Mehrheit der Promovierten verlässt das Wissenschaftssystem. Deshalb ist es ebenso sinnvoll wie legitim, verschiedene Karriereoptionen in den Blick zu nehmen und die Promovierenden dafür auszubilden bzw. ihnen die Chance zu geben, sich darauf vorzubereiten. Viele Fähigkeiten, die man im Rahmen der wissenschaftlichen Ausbildung erwirbt und die man in der Wissenschaft benötigt, sind auch in anderen Sektoren, z. B. in der Wirtschaft, nützlich oder erforderlich.
Postdocs, die sich bevorzugt auf eine weitere Karriere außerhalb der Wissenschaft vorbereiten, erlangen durch die Entwicklung und / oder Koordinierung von Projekten nicht nur Führungs- und Managementerfahrung, sondern auch praktische Kenntnisse, z. B. durch die Übernahme von Verwaltungsaufgaben, Transfer oder die Zusammenarbeit mit Partnern in Wirtschaft, Politik oder Kultur.