Organisationsverantwortung der Leitung wissenschaftlicher Einrichtungen in den Lebenswissenschaften

Lebenswissenschaftliche Fragestellungen lassen sich in der Regel nur im Team und mit verteilten Kompetenzen bearbeiten. Dieser Umstand bedingt, dass bereits in einer frühen Karrierephase von Wissenschaftler*innen Projektleitungs- und Kooperationskompetenzen erwartet werden. Das Angebot entsprechender Ausbildungsangebote und die Schaffung der Rahmenbedingungen durch die Institution sind von hoher Bedeutung. Um Forschungsvorhaben umzusetzen, ist in den Lebenswissenschaften der Zugang zu qualitativ hochwertigen Infrastrukturen häufig zwingend erforderlich. Hierzu zählen z. B. Labore, Infrastrukturen für Forschungsdaten, Zugang oder Anbindung zu Biobanken bzw. wissenschaftlichen Sammlungen, Zentren für Hochdurchsatzsequenzierung mit standardisierten Datenanalysesystemen, aber auch zentrale Strukturen für tiergerechte Haltung von Versuchstieren und langfristige Freilandversuchsflächen.

Darüber hinaus sind in vielen Fällen organisatorische Unterstützungsstrukturen erforderlich, um die Einhaltung rechtlicher bzw. regulatorischer Vorgaben zu ermöglichen. Hierzu zählen beispielsweise die Beratung durch Tierschutzbeauftragte oder Datenschutzbeauftragte, die Anbindung an qualitativ hochwertige Kompetenznetze für klinische Studien oder der Zugang zu Expertisen für Convention on Biological Diversity (CBD(externer Link))-relevante Aspekte. Die Verfügbarkeit von Qualitätsmanagementstrukturen, Unterstützung durch Öffentlichkeitsarbeit, juristische Kompetenz oder auch Compliance-Beauftragte an Einrichtungen können einen wesentlichen Einfluss auf die Ermöglichung von qualitativ hochwertiger Forschung in den Lebenswissenschaften haben.